Was wird mit den Abfällen aus meinem Container gemacht?

Publiziert am 25.11.2015, Author: E. Pack

Zu den mengenmäßig wichtigsten Abfällen zählen Bauschutt und Baumischabfälle. Wurden 1989 nur 4 Millionen Tonnen Bauschutt und der Wiederverwertung zugeführt, erhöhte sich diese Zahl bis heute kontinuierlich. Die letzte Studie der Ruhr-Uni-Bochum aus dem Jahr 2005 ermittelte eine Verwertung von 55,4 Millionen Tonnen Bauschutt mit leicht sinkender Tendenz. Aktuelle Erhebungen verweisen auf eine steigende Recyclingtendenz bei Schutt und Baumischabfall (Baustellenabfall), die im Bauschuttcontainer oder im Baumischabfallcontainer landen.

EU-Richtlinie 2008/98/EG gibt Verfahrensweise für Bauschutt vor

Die genannte EU-Richtlinie definiert die zu ergreifenden Maßnahmen bei der Vermeidung oder Verringerung von Abfällen wie Bauschutt, um die Umwelt und die menschliche Gesundheit zu schützen.

Im Rahmen dieser Richtlinie wurde eine Abfallhierarchie mit entsprechenden Prioritäten entworfen. An erster Stelle steht die Vermeidung von Abfällen. Ist dies nicht durchführbar, muss eine Vorbereitung zur Wiederverwendung oder Recycling erfolgen. Kann Material weder zur Wiederverwendung vorbereitet noch für das Recycling genutzt werden, ist eine sonstige Verwertung wie beispielsweise die energetische Verwertung durchzuführen. Die Beseitigung steht an der untersten Position der Hierarchie.

Um die verpflichtende Durchführung dieser Maßnahmen zu gewährleisten, definiert die Richtlinie die erweiterte Herstellerverantwortung. Diese kann durch die EU-Mitgliedstaaten mit oder ohne Gesetzescharakter festgelegt werden und verpflichtet Hersteller von Erzeugnissen, deren Bearbeiter und deren Wiederverkäufer zur Rücknahme der Erzeugnisse oder deren Abfälle nach Verwendung sowie deren fachgerechte Entsorgung.

Laut Richtlinie werden alle Mitgliedsstaaten zur Ergreifung und Förderung von Maßnahmen angehalten, die ein qualitativ hochwertiges Recycling einschließlich der getrennten Abfallsammlung gewährleisten. Ziel ist es, die Erhöhung der wiederverwendeten oder recycelten Abfallströme aus Haushalten und ähnlichen Quellen auf 50 Gewichtsprozent zu erhöhen. Für Bauschutt gelten 70 %.

Der Bauschutt und sein Weg im Recycling

Bei Umbauten oder Sanierungsarbeiten ab einer gewissen Größenordnung muss der Bauschutt in einem entsprechenden Bauschuttcontainer bis zur Abholung durch den Entsorger zwischengelagert werden. Für Baumischabfall (Baustellenabfall) stehen Baumischabfallcontainer zur Verfügung.

Der Entsorger holt den Bauschuttconatiner ab und gewährleistet die sachgerechte Trennung der Materialien. Innovative sensorgestütze Technologien führen die Trennung des Bauschutts nach Korngrößen von 10 bis 500 Millimetern durch. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes wird die Trennung mit Nahinfrarot-Technologie erprobt.

Dies gilt ebenfalls für Sperrmüll. Hier werden die wertvollen und wiederverwendbaren Materialien wie Holz oder Papier durch Absiebung und automatischer Trennung nach Gewicht sowie spezielle Sortiertechniken von Materialien minderer Qualität getrennt.
Steigende Tendenz in der Verwertung- alte Baumaterialien sind wertvoller Rohstoff Von insgesamt 192 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle nimmt Bauschutt mit 51,6 Millionen Tonnen eine Größenordnung von 26,9 % ein. Allgemeine Baustellenabfälle werden laut des Monitoring Berichtes auf der Datenbasis von 2012 mit 14,6 Millionen Tonnen beziffert. Mit 40,4 Millionen Tonnen Bauschutt wurden 78,3 % dem Recycling zugeführt und 16,9 % zur Verfüllung von Abgrabungen eingesetzt. Nur 4,8 % wurden auf Deponien beseitigt. Baustellenabfälle, bestehend aus Eisen, Stahl, Altholz, Glas, Kunststoff, Metallen und Dämmmaterialien wurden zu 93,1 % wiederverwertet.