Entsorgung von Styropor: Die wichtigsten Informationen im Überblick

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Entsorgung von Styropor: Die wichtigsten Informationen im Überblick

styropor entsorgenStyropor ist aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Der aufgeschäumte Kunststoff ist ausgesprochen leicht, federt hervorragend ab und zeichnet sich durch gute Dämmeigenschaften aus. Das macht ihn zu einem beliebten Verpackungsmaterial. Auch zur Fassadendämmung und zur Herstellung von Fahrradhelmen wird der widerstandsfähige Kunststoff gern genutzt.

 

 

 

Die Entsorgung von Styropor löste in den vergangenen Jahren viele Diskussionen aus. Neu erlassene Verordnungen wurden kurz darauf wieder zurückgenommen. Aus diesem Grund finden sich heute widersprüchliche Informationen zum Thema. Viele von ihnen enthalten wertvolle Informationen - an einem nachvollziehbaren, in sich logischen Gesamtbild fehlt es jedoch. ecoservice24 fasst die wichtigsten Fakten für Sie zusammen und erklärt Ihnen, wie Sie Ihr Styropor richtig entsorgen.

 

Was ist Styropor?

Styropor ist ein rechtlich geschützter Markenname der Firma BASF. Es handelt sich dabei um expandiertes Polystyrol, das mit Hilfe von Treibmitteln auf ein Vielfaches seiner Größe aufgeschäumt wurde. Das grobporige Material wird auch von anderen Herstellern produziert, im Handel ist es dann unter der Bezeichnung EPS erhältlich. Meist ist es weiß - es gibt aber auch graues Styropor. Als Weiterentwicklung des ursprünglichen Kunststoffes enthält es zusätzlich Grafite, die die Dämmeigenschaften verbessern.

Wird das in mehreren Verarbeitungsschritten aus Erdöl gewonnene Polystyrol ausgepresst, entsteht das sogenannte extrudierte Polystyrol (XPS). Es zeichnet sich durch eine feine und gleichmäßige Oberfläche aus, ist druckstabil und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Seine unterschiedlichen Farben lassen sich jeweils einem bestimmten Hersteller zuordnen. BASF färbt die Platten grün ein und führt sie unter dem Markennamen Styrodur.

 

Wo werden Styrodur und Styropor verwendet?

Styropor wird in sehr vielen Bereichen eingesetzt. Es begegnet uns als Füllmaterial in der Verpackung, wird zum Schutz empfindlicher Elektroartikel verwendet. Auch im Zusammenhang mit der Lagerung und dem Transport von Lebensmitteln spielt der Kunststoff eine wichtige Rolle. Großer Beliebtheit erfreut sich das Material darüber hinaus in der Baubranche. Hier wird es seit 1975 stark genutzt. Heute ist in rund 80 Prozent daemm-styropor-entsorgen-hausbau der Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) Styropor als Hauptdämmstoff enthalten. Im Rahmen der Dämmung kommt Styropor in Form von Hartschaumplatten zum Einsatz. Die Art der Verwendung richtet sich dabei nach der Art des Styropors: Während EPS vorwiegend für Dach- und Fassadendämmungen genutzt wird, spielt XPS seine Vorteile bei der Dämmung der Außenwände von Kellern (Perimeterdämmung) und der Flachdachdämmung von Umkehrdächern aus.

 

Wie unterscheiden sich altes und neues Styropor?

Styrodur, das zwischen 1960 und 2002 hergestellt wurde, enthält Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW oder HFCKW). Es gilt daher als gefährlicher Abfall. Altes Styropor wiederum enthielt bis spätestens März 2016 das Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD). Das häufig verwendete Mittel wurde hinzugefügt, um eine schnelle Ausbreitung von Feuern durch die leicht brennbaren Hartschaumplatten zu verhindern. Heute gilt ein weltweites Handels- und Verwendungsverbot für HBCD. Modernes Styropor ist demnach frei von FCKW und HBCD. Es enthält das Flammschutzmittel Polymer-FR, einen weder bioakkumulierbaren noch toxischen Stoff.

 

Tipp: Bewahren Sie die Kaufbelege von EPS und XPS auf. Sie benötigen diese, um später nachweisen zu können, dass das Material frei von HBCD oder anderen Schadstoffen ist.

Was ist gefährlicher Abfall?

Für die Entsorgung von EPS und XPS spielt die Gefährlichkeit der Stoffe eine wichtige Rolle. Es lassen sich drei Kategorien unterscheiden: gefährlicher Abfall, überwachter Abfall und ungefährlicher Abfall.

 

Gefährlicher Abfall ist - wie bereits beschrieben - FCKW-haltiges Styrodur (XPS Polystyrol) mit einem Produktionsdatum zwischen 1960 und 2002. Es darf lediglich in Verbrennungsanlagen verbrannt werden, die über eine entsprechende Zulassung verfügen. Gleiches gilt für Styropor mit Anhaftungen von Dachpappe. Sie enthalten Teer und müssen daher als gefährlicher Abfall entsorgt werden.

EPS und XPS Platten, welche nach 2016 produziert wurden, enthalten keine gefährlichen Stoffe mehr und zählen zum ungefährlichen Abfall. Auch Verpackungsmaterialien aus Styropor sind ungefährlicher Abfall, da HBCD hauptsächlich in Styroporteilen für die Dämmung verwendet wurde.

EPS-Polystyrol gilt heute als überwachter Anfall. Bis zum 01. Oktober 2016 wurden HBCD-haltige Dämmstoffe aufgrund ihrer Auswirkung auf die Umwelt noch als gefährliche Abfälle gehandelt. So sollte nicht nur eine getrennte Erfassung, sondern auch eine sichere Entsorgung garantiert werden. Da es nur wenige Verbrennungsanlagen mit den nötigen Zulassungen gab, führte diese Handhabung schnell zu Engpässen in der Entsorgung. Auch die Kosten stiegen. In der Folge wurde die Einstufung als gefährlicher Abfall für EPS-Polystyrol wieder aufgehoben. Die umfassende Dokumentierungspflicht (Übernahme, Begleitschein) bliebt für die Entsorgung allerdings bestehen.

 

 

Was müssen Sie bei der Entsorgung von Styropor und Styrodur beachten?

Für die Entsorgung von Styropor und Styrodur gelten unterschiedliche Vorschriften. Entscheidend ist stets, ob es sich um einen gefährlichen Abfall handelt oder nicht. Wir verraten Ihnen, wie Sie richtig vorgehen.

 

1. Überprüfen Sie, ob schädliche Stoffe enthalten sind

 

Dämmplatten, die vor 2016 hergestellt wurden, enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit HBCD. Die Hersteller sind verpflichtet, über die Verwendung des Stoffes Auskunft zu geben. Um zu erfahren, ob das Flammschutzmittel in Ihren EPS-Platten enthalten ist, können Sie ein vom Umweltbundesamt zur Verfügung gestelltes Musterschreiben (deutsche oder englische Variante) nutzen. Es handelt sich hierbei um einen vorformulierten Brief, den Sie nur noch ausfüllen und an den jeweiligen Hersteller schicken müssen. Er ist gesetzlich dazu angehalten, Ihnen binnen 48 Tagen zu antworten.

 

Die Umstellung von HBCD auf Polymer-FR erfolgte in der Zeit zwischen 2014 und 2016. Wurden die Dämmplatten nach dem 01.01.2016 erworben, darf kein HBCD enthalten sein.eps erkennen styropor entsorgen Viele Hersteller stiegen aber bereits vorher von HBCD auf Polymer-FR um. Sie erkennen entsprechendes EPS-Material in der Regel an Kügelchen in verschiedenen Farben, beispielsweise gelbe Kügelchen bei Styropor von Sto oder grüne / gelbe Kügelchen bei Styropor von Rygol. Darüber hinaus können auf den Dämmplatten angebrachte Markierungen Aufschluss darüber geben, welches Flammschutzmittel enthalten ist. Bei Styrodur-Platten von BASF weisen schwarze Rechtecke auf dem Etikett darauf hin, dass sie ohne HBCD hergestellt wurden. In der seitlich im Stufenfalz aufgedruckten Chargennummer finden Sie an der zweiten und dritten Stelle nach dem XX außerdem das Produktionsjahr (Beispiel: XX 3 16 48 6 20; Herstellungsjahr 2016).

 

Bei Häusern, die zwischen 1960 und 2002 errichtet oder saniert wurden, ist eine Belastung mit FCKW sehr wahrscheinlich. Zu finden ist der Stoff in der Regel in den verbauten XPS-Platten. Diese zählen zum gefährlichen Abfall und müssen entsprechend entsorgt werden. Fragen Sie beim öffentlichen Entsorgungsträger nach, was Sie dabei beachten müssen und wo eine Entsorgung der Platten möglich ist.

 

Achtung: Der in den Detailblättern zum Produkt angegebene Abfallschlüssel (AVV-Nummer) liefert keine sicheren Information darüber, ob HBCD enthalten ist oder nicht. Vor der Aufnahme von HBCD in die POP-Verordnung hatte auch HBCD-haltiges Material die AVV-Nummer 17 06 04 (=ungefährliches Dämmmaterial)

 

2. Bauen Sie die Dämmplatten aus.

Entfernen Sie die nicht benötigten Platten und sammeln Sie sie nach Farbe getrennt in Kunststoffsäcken. Achten Sie auch darauf, FCKW-haltigen Abfall nicht zu zerkleinern, sonst können große Mengen des umweltschädlichen Stoffes entweichen.

 

3. Achten Sie Ihre Pflichten zur Dokumentation und Entsorgung.

HBCD-haltige Dämmstoffe werden meist thermisch verwertet. Die Abholung erfolgt häufig im Rahmen einer Sammelentsorgung. Das bedeutet, dass ein für EPS zugelassener Transporteur den Abfall abholt und einem geeigneten Entsorger zuführt. Der Sammelentsorger ist zur Ausstellung eines Übernahmescheins verpflichtet. Es muss ein Register geführt werden, aus dem die Art, der Ursprung, die Menge und die Bestimmung der Abfälle hervorgeht. Kann auf einer Baustelle wegen schlechter Platzverhältnisse nicht sortenrein gesammelt werden, ist eine spätere Trennung des Abfalls in Ausnahmefällen möglich. Dazu muss der Entsorger allerdings nachweisen, dass die Trennung tatsächlich durchgeführt wird.

 

Für Styrodur und sonstige FCKW-haltige Dämmstoffe gilt: Werden jährlich weniger als zwei Tonnen pro Sammelentsorgung entsorgt, reicht zur Dokumentation der vom Sammelentsorger ausgestellte Übernahmeschein aus. Ein Sammelentsorgungsverfahren scheidet aus, wenn pro Jahr mehr als 20 Tonnen gefährlichen Abfalls anfallen. In diesen Fällen benötigt das Unternehmen einen eigenen Entsorgungsnachweis, der Überprüfung der Korrektheit des angestrebten Entsorgungsweges möglich macht (Vorabkontrolle).

 

Möchten Sie FCKW- und HBCD-freies Styropor entsorgen, trennen Sie das Material nach Farben und füllen Sie es in geeignete Säcke. Wenn die Säcke voll sind, kümmern wir uns gerne um die Abholung und umweltgerchte Entsorgung Ihres Styroporabfalls.

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