Schimmel - Entsorgung von befallenen Objekten

Schimmel richtig entfernen0

Schimmel - Entsorgung von befallenen Objekten

Schimmelpilz - was ist das?

Schimmel sind Mikroorganismen in Gestalt von Hyphenpilzen mit zahlreichen fadenförmigen Zellen (Hyphen) und werden deshalb präzise auch Schimmelpilze genannt. Die Gesamtheit dieser fadenförmigen Zellen eines solchen Pilzes wird Mycel genannt und bildet ein Geflecht.

 

Diese Mycelien sind der wahre Pilz, jedoch in der Regel nicht sichtbar, da sie zum einen mikroskopisch klein sind und sich zum anderen unter der befallenen Oberfläche befinden. Sichtbar ist hingegen der Fruchtkörper des Schimmelpilzes, der an der Oberfläche erscheint und auch die Sporen ausbildet.

 

schimmel richtig entsorgenDer Fruchtkörper präsentiert sich je nach Art des Schimmelpilzes oft in Farben, wie z. B. Weiß, Schwarz, Grau, Braun, Grün, Gelb oder Rot und meist in einem samtigartigen Belag. Die Sporen sind die fortpflanzenden Samen der Schimmelpilze und können sich über die Luft, den Boden, Wasser oder andere Kontaktmöglichkeiten verbreiten.

 

Nicht zu den Schimmelpilzen gehört der Hausschwamm, denn dieser gehört zur Ordnung der Dickröhrlingsartigen (Boletales). Der holzliebende Hausschwamm ist jedoch ebenso wie gefährliche Schimmelpilzarten sehr schädlich und kann als Hausfäulepilz ganze Gebäude, inklusive Mauerwerk zerstören.

 

Tipp: Mit Schimmelpilz befallene Materialien sollten Sie vor der Entsorgung in Plastiksäcke verpacken. Diese können Sie dann in einem Container für Baumischabfall oder Sperrmüll entsorgen.

 

Wo entsteht und wächst Schimmel?

Schimmelpilze sind grundsätzlich Bestandteil des Kreislaufs der Natur und an Zersetzungsprozessen von organischen Materialien beteiligt. Dies kann jedoch auch schwere Schäden verursachen und ist oft nicht gut. Schimmelpilze und ihre Sporen sind quasi überall gegenwärtig. Unter passenden oder auch schwierigen Bedingungen lassen sie sich nieder, überleben, wachsen, gedeihen und breiten sich aus. Sehr oft sogar sehr hartnäckig. Zum Wachsen braucht Schimmelpilz vor allem Feuchtigkeit, Nährstoffe, Sauerstoff und ein bestimmtes Klima. Die Raum- und Umgebungstemperatur spielt durch ihren Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit eine wesentliche Rolle. Einen Nährboden finden Schimmelpilze in organischen Materialien, aber auch im Staub oder auf organischen Partikeln, die sich auf einer Oberfläche befinden. So können sich Schimmelpilze auch auf anorganischen Materialien (Stoffe ohne Kohlenstoff) oder auf Materialien ausbreiten und wachsen, die an sich keine Nährstoffe bieten.

 

Wir haben Ihnen eine Übersicht erstellt, welche Materialien schnell anfangen zu schimmeln und welche Materialien vergleichsweise schimmelresistent sind:

 

Nährstoffreiche, schnell schimmelnde Materialien:

 

  • Erde, Ton, Ziegel

  • Kalk, Kreide (Kalziumkarbonat)

  • Holz und Holzwerkstoffe

  • Lebensmittel

  • Papier, Pappe, Karton, Tapete

  • Leder

  • Textilien aus Naturfasern wie Tierwolle, Fell, Pflanzenfasern (z. B. Baumwolle, Hanf, Schilf)

  • Gummi (z.B. Kautschuk)

  • Naturbaustoffe

Nährstoffarme Materialien, schimmeln selten:

 

  • Metalle

  • Mineralien

  • Kunststoffe aller Art

  • Glas

  • Keramik

  • synthetische, chemische Dämmstoffe

  • Farben, Lacke

 

 

 

Tipp: Vollholz ist sehr widerstandsfähig gegen Schimmel und wird nur selten befallen.

Das Hauptproblem für einen Schimmelbefall ist vor allem Feuchtigkeit. Schimmelpilz entsteht insbesondere in feuchten Zonen, Nassbereichen und mangelhaft durchlüfteten Bereichen. Im Gebäude- und Wohnbereich sind vom Schimmelbefall sehr häufig Wände, Fensterrahmen fensterbank waermebrücke schimmel(Kondenswasser), Fugen, Keller, Dachraum, Wärmedämmungen und Holzkonstruktionen betroffen. Schimmel kann sich gut verstecken, wie z. B. hinter Schränken, Tapeten und Fußleisten. Die wichtigsten Präventionsmaßnahmen vor Schimmelbefall sind für eine häufige, gründliche Durchlüftung und ein gutes, ausgeglichenes Klima zu sorgen. Liegt doch Schimmel vor, ist eine rechtzeitige Entfernung und Entsorgung unabdingbar.

 

Welche Gefahren birgt Schimmel?

Es existieren viele verschiedene Arten von Schimmelpilzen. Es gibt schädliche, gefährliche Schimmelpilze und gute, nützliche Schimmelpilze. Zu den guten Schimmelpilzen gehören z. B. würzig schmeckender Edelschimmel in Käse (Roquefort, Gorgonzola, Camembert) sowie das antibiotisch wirkende Penicillin als ein Stoffwechselprodukt bestimmter Schimmelpilzarten.

Gefährliche Schimmelpilze können für Fäulnis, Zersetzung, Vergiftung, Infektionen, Allergien, Krankheiten und auch den Tod sorgen. Einige Schimmelpilze sind sehr giftig oder können Gifte erzeugen. Schimmelpilzgifte gehören zu den stärksten und gefährlichsten Giften der Natur. Es kommt jedoch auf die Art und Intensität des Schimmels an. Besonders giftige Schimmelpilzarten oder hohe Konzentrationen an Schimmelpilzsporen in der Luft können Gesundheit und Leben in Gefahr bringen. Besonders empfindliche und allergische Menschen oder Personen mit Atemwegsbeschwerden sind bei einem Schimmelpilzbefall stark gefährdet. Schimmel kann jedoch auch die Substanz von Gebäuden oder Objekten schwer schädigen und diese sogar komplett zerstören.

 

Schimmelbefall selbst behandeln oder eine Firma beauftragen?

Voraussetzung für die Behandlung von Schimmelpilz ist die Kenntnis über die Ursache der Schimmelbildung.fachmann erklaert schimmel richtige entsorgung Kennen Sie den Grund für den Schimmel und ist der Befall eher gering oder mittelmäßig stark (Befall < 0,5 m², siehe nächstes Kapitel) kann das Schimmelproblem gegebenenfalls selbst behandelt werden. Gibt es Zweifel über die Ursache oder auch über die Art des Schimmels ist ein begutachtender Fachexperte zu empfehlen. Es gibt zum Beispiel äußerst giftige Schimmelpilzarten, die einen besonderen Umgang erfordern. Ein starker, weit reichender, tief sitzender und auch sehr gefährlicher Schimmel sollte in jedem Fall in die Hände professioneller Fachkräfte und erfahrener Unternehmen übergeben werden. Nicht zuletzt hängt es auch von dem Objekt und dem Ort oder der Stelle ab, ob ein Unternehmen beauftragt wird. Unter Umständen sind umfangreichere Sanierungen, komplizierte Sicherungsarbeiten, professionelle Feinarbeiten und eine bestimmte Entsorgung erforderlich.

 

Wie schnell gilt es zu handeln?

Oft versteckt sich Schimmel sehr gut in verborgenen Ecken und ist nicht frühzeitig zu erkennen. Häufig macht auch der ausströmende modrige, faulige Geruch oder erste Atemprobleme auf einen Schimmelbefall aufmerksam. Ist der Schimmelpilz gefunden oder offensichtlich, hängt es unter anderem von der Intensität des Befalls ab, wie schnell Handlungsbedarf besteht. Das Umweltbundesamt nimmt diesbezüglich folgende Einstufung vor:

 

  1. Geringfügiger Schimmelbefall:

    Der Schimmelbefall hat eine Oberfläche von weniger als 20 cm² (=0,002 m²). Unmittelbare Sofortmaßnahmen sind hier nicht erforderlich, jedoch ist die Ursache zu ergründen. Erste Maßnahmen zur Abhilfe sind einzuleiten. Beispiel: Einzelne schimmelnde Fugen.

     

  2. Geringer bis mittelmäßiger Schimmelbefall:

    Der Schimmel besitzt eine Oberfläche von weniger als 0,5 m² . Tiefere Schimmelschichten sind nur lokal betroffen. Die Behandlung und Freisetzung sollte zeitnah erfolgen. Die Ursache sollte mittelfristig ermittelt und beseitigt werden. Der Schimmelbefall ist in jedem Fall zu behandeln.

     

  3. Großer Schimmelbefall:

    Mit einer Ausdehnung von über 0,5 m² gilt der Schimmelbefall als Groß. Tiefere Schichten sind meist ebenfalls betroffen. Der Schimmelbefall sollte unmittelbar und zügig unterbunden werden. Der Grund muss kurzfristig ermittelt und beseitigt werden. In diesen Fällen muss die Beseitigung und Entsorgung von Fachleuten übernommen werden.

 

Achtung: Diese Werte dienen allein der Orientierung und gelten nicht absolut. Im Zweifelsfall ist stets ein Gutachter zurate zu ziehen.

Behandlung und Entsorgung von befallenen Materialien

Schimmelpilz verschiedener Art kann sich in den unterschiedlichsten Bereichen und Materialien bilden. Bei der Entfernung von Schimmel, der Behandlung belasteter Objekte ebenso wie bei der Entsorgung gilt es, sorgfältig auf bestimmte Aspekte zu achten.

 

Vorbereitungsmaßnahmen

schutzausruestung schimmel entfernungDer erste Schritt vor jeder Maßnahme zur Schimmelbeseitigung ist das Anlegen einer umfassenden Arbeitsschutzkleidung. Sie sollten immer Schutzhandschuhe, ein Mund- und Nasenschutz mit Feinstaubfilter (Klasse P2), eine Staubschutzbrille und ein Einwegoverall mit Kapuze tragen. Eventuell auch einen Überzug für das Schuhwerk. So wird der Kontakt von Schimmelsporen mit den Atmungsorganen, Schleimhäuten, Haut, Haar und Kleidung vermieden. Personen mit Atemwegsbeschwerden (z. B. Asthma) und/oder Allergien, insbesondere gegenüber Schimmel, sollten die Arbeiten besser von anderen Personen durchführen lassen, die nicht empfindlich reagieren.

Stellen und Bereiche, die von Schimmelpilz befallen sind, sollten vor Beginn der Bearbeitung nach Möglichkeit immer angefeuchtet werden. Dadurch wird der Sporenflug verringert. Es ist darauf zu achten, dass die Arbeiten keinen Staub aufwirbeln. Geht es allgemein um oberflächliche Verschmutzungen, wird sehr gerne der Staubsauger eingesetzt. Auf diesen sollten Sie bei der Schimmelbeseitigung jedoch möglichst verzichten. Kommt doch ein Staubsauger zum Einsatz, dann sollte dieser mit einem HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air) zur Abscheidung kleinster Schwebeteilchen aus der Raumluft ausgestattet sein. Es ist grundsätzlich besser, den Schimmel und die betroffenen Stellen feucht abzuwischen.

 

Reinigung, Desinfektion und Entsorgung

Sofern es sich nicht um eine unmittelbare Sanierung handelt, sollten mit Schimmelpilz befallene Stellen gereinigt und desinfiziert werden. Für die Desinfektion ist auf trockenen Stellen ein 70 % starker Ethylalkohol (reiner, normaler Alkohol) und auf feuchten, nassen Stellen ein 80 % starker Ethylalkohol zu empfehlen. Je nachdem um welche befallenen Materialien und Oberflächen es sich handelt, ist bei der Reinigung wie folgt vorzugehen:

 

Glatte, undurchlässige Oberflächen von Materialien (wie Metall, Glas, Keramik): Schimmel auf diesen Oberflächen kann mit Wasser und gewöhnlichen Haushaltsreinigern entfernt werden.Das verwendete Wasser sollte häufig gewechselt werden, um die Verbreitung der Sporen zu verhindern. Materialien mit diesen Oberflächen können nach der gründlichen Reinigung bedenkenlos weiterverwendet werden.

 

Holz: Bei Holz wird zwischen einer oberflächlichen Holzbläue und einem tiefgehenden Schimmelbefall differenziert. Insbesondere bei Holz, das im Bau und in tragenden Konstruktionen vorkommt, ist der Unterschied sehr relevant. Während Holzbläue keinerlei Einfluss auf die Tragfähigkeit des Holzes hat, kann ein im Holz tief sitzender Schimmelpilz die Statik beeinträchtigen. Die Untersuchung und Einschätzung sollte hier in jedem Fall von einem Fachexperten vorgenommen werden.

Poröse, durchlässige und saugfähige Oberflächen (wie Tapeten oder Gipskartonplatten): Diese Materialien sollten ausgebaut und entsorgt werden. Die Entsorgung sollte hier schnellstmöglich erfolgen, da das Material voller Schimmelpilzsporen steckt. Dämmmaterialien von Trockenbauwänden sind auch sehr oft von Schimmel betroffen und sind ebenfalls zu entsorgen.

 

 

Möbel: Leicht vom Schimmel befallene Partien können mit einem Zusatz von geeigneten Haushaltsreinigern feucht -auf gar keinen Fall nass- gereinigt werden. Hat der Schimmelpilz bereits größere Bereiche oder insbesondere Textilien befallen, müssen diese Bereiche entfernt und entsorgt werden. Da in vielen Fällen die schimmelnden Materialien fest mit anderen Materialien verbunden sind, führt häufig kein Weg am Sperrmüllcontainer vorbei.

 

 

Bei der Entsorgung beachten

Von Schimmelpilz befallene und zu entfernende Materialien, Baustoffe und Teile sollten bei der Entsorgung staub- und luftdicht, wie z. B. in Folie oder Plastiksäcken, verpackt werden. Vor den Behandlungs- und Sanierungsarbeiten sollten die angrenzenden Bereiche sicher abgedeckt oder abgetrennt werden. Besonders empfindliche Objekte sollten aus der direkten Umgebung (z.B. den betreffenden Raum) entfernt werden. So wird eine Kontaminierung mit und eine Ausbreitung der Schimmelpilzsporen vermieden. Bei der Entsorgung von schimmligen Materialien ist auch auf die Art der Stoffe zu achten. Sehr häufig müssen Materialien getrennt oder gesondert entsorgt werden.

Vor der Entsorgung von schimmelbefallenen Materialien und Teilen muss der Entsorger über den schimmeligen Zustand der Entsorgungsgüter informiert werden. Hintergrund ist, dass ein solch befallener Abfall in einer thermischen Verwertungsanlage verbrannt werden muss. In einer Sortieranlage ist die Gefahr einer starken Sporenverbreitung zu hoch.

Categories: Bauen, Renovieren und Sanieren, Sonstiges

Comments not allowed for this post.