Holzabfall: Behandeltes oder unbehandeltes Holz?

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Holzabfall: Behandeltes oder unbehandeltes Holz?

Beispiel unbehandeltes HolzSchon seit Jahrhunderten wird Holz als Baustoff genutzt und obwohl Stein und Beton heutzutage immer noch den Großteil ausmachen, gewinnt Holz als Baumaterial immer mehr an Bedeutung. Da Holz ein langsam nachwachsender Rohstoff ist und die Nachfrage weiter steigt, soll möglichst viel vom bereits gebrauchten Material wiederverwendet werden. Um nach der Entsorgung eine reibungslose und möglichst effiziente Verwertung zu gewährleisten, wird Altholz seit dem 01. März 2003 in vier Kategorien eingeteilt. Diese Einteilung ermöglicht eine mehrmalige Wiederverwendung, eine sog. Kaskadennutzung.

 

 

 

Es ist wichtig, dass zu entsorgende Altholz in die richtige Kategorie einzuordnen, da nur so das Holz wiederverwertet werden kann ohne eine Gefahr für Mensch & Umwelt darzustellen. Zusätzlich hängt der Preis für die Entsorgung stark von der jeweiligen Holzkategorie ab, da stärker verunreinigtes Holz teurer in der Entsorgung ist.

 

 

 

 

Holz Kategorien

Holz, welches in seiner ursprünglichen Form nicht mehr genutzt wird, wird als Altholz bezeichnet und nach der Altholzverordnung in fünf Kategorien unterteilt:

 

  • Altholz A I
  • Altholz A II
  • Altholz A III
  • Altholz A IV

 

Nicht behandeltes Altholz (A I)

Nicht behandeltes Altholz ist Holz, welches naturbelassen ist oder lediglich mechanisch bearbeitet wurde. Beispiele für Altholz der Kategorie AI sind Paletten aus Vollholz (z.B. Europaletten) oder Kabeltrommeln, welche nach 1989 hergestellt wurden.

 

Behandeltes Altholz (A II)

Holz, welches ohne halogenorganische Verbindungen verleimt, gestrichen, beschichtet oder lackiert wurde, ist Holz der Kategorie A II und wird als behandeltes Holz bezeichnet. Zu Holz der Kategorie A II zählen unter anderem Schalhölzer, Dielen, Bretterschalungen, Deckenpaneele, Türblätter und -zargen aus dem Innenausbau, Bauspanplatten sowie Sperrholz.

 

Belastetes Altholz (A III)

Holz, welches mit halogenorganischen Verbindungen behandelt wurde, wird der Altholzkategorie A III zugeordnet. Beispiele für Altholz der Kategorie A III sind Möbelgegenstände, Spanplatten oder Paletten mit Verbundmaterial.

 

 

Beispiel Holz A4, behandeltes Holz

Gefährliches Altholz (A IV)

Mit Holzschutzmitteln imprägniertes oder gestrichenes Altholz wird der Kategorie Altholz A IV zugeordnet und gesondert entsorgt. Beispiele für Altholz A IV sind Bahnschwellen, Leitungsmasten, Außenfenster und –türen, Dachsparren/Dachbalken, Gartenmöbel und –zäune, Brandholz, Munitionskisten, Hopfenstangen oder Rebpfähle.

 

 

Altholz im Sinne der PCB / PCT – Verordnung

Altholz, welches mit PCB oder PCT belastet ist, darf nicht in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden und muss auf einer geeigneten Deponie für Sonderabfall beseitigt werden. Obwohl seit 1978 die Verwendung in offenen Systemen in Deutschland verboten ist, befinden sich immer noch Dämm- und Schallschutzplatten im Umlauf, welche mit PCB-haltigen Mitteln behandelt wurden.

Altholz, das nicht eindeutig einer Altholzkategorie zugeordnet werden kann, ist in die nächsthöhere Altholzkategorie einzustufen. Bei Gemischen von Altholz richtet sich die Einstufung nach der jeweils höchsten Altholzkategorie, auch wenn der entsprechende mengenmäßige Anteil nur gering ist.

 

Tipp: Sonderfall Holz A IV und PCB-Holz


Holz der Kategorie IV sowie Holz, welches mit PCB-haltigen Mitteln behandelt wurde, ist als gefährlicher Abfall einzustufen und dementsprechend zu entsorgen. Vor der Entsorgung von gefährlichem Holz sollte überprüft werden, ob der Entsorger berechtigt ist, gefährliches Holz zu entsorgen.

Verwertung

Altholz der Kategorie A I-A II wird stofflich weiterverwertet, meist zu Span- oder Faserplatten. Diese können dann in z.B. Schränken weiterverwendet werden. Altholz der Kategorie A III und A IV wird meist energetisch verwendet. Das Altholz wird in Biomassekraftwerken verbrannt und erzeugt so Elektrizität oder Wärme. Altholz, welches mit PCB behandelt wurde, muss auf einer geeigneten Sonderabfall-Deponie beseitigt werden und darf weder eine stofflichen, noch einer energetischen Verwertung zugeführt werden.

Grund hierfür ist, dass das Holz mit Giftstoffen belastet ist, welche bei der bei stofflichen Wiederverwertung in den Stoffkreislauf gelangen und bei der Verbrennung (=energetische Verwertung) in die Luft gelangen können.

Die Universität Hamburg hat im März 2018 eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Aufkommen und der Verwertung von Altholz in Deutschland beschäftigt hat. Es wurden Daten aus 2016 analysiert, mit dem Ergebnis, dass im Jahr 2016 insgesamt 6,6 Millionen Tonnen Altholz entsorgt wurden. Neben dem Gesamtaufkommen wurden in dieser Studie auch die Verwertungswege untersucht. Im Jahr 2016 wurde ein Großteil des Altholzes (65,9%) einer energetischen Verwertung zugeführt, wohingegen 26,5% des Altholzes zur Herstellung von Spanplatten genutzt wurde.

 

Holzschutzmittel

Holzschutzmittel sind Wirkstoffe, welche einen Befall von Holz durch holzzerstörende oder holzverfärbende Organismen verhindern sollen oder einen solchen Befall bekämpfen. Wenn Altholz mit einem der folgenden Holzschutzmittel behandelt wurde, ist es als Altholz der Kategorie A IV einzuordnen und zu entsorgen:

 

  • DDT
  • PCP
  • Teeröle
  • Organozinnverbindungen
  • Quecksilberverbindungen
  • Arsenverbindungen
  • Chromverbindungen
  • Bleiverbindungen (in Farben)
  • Chromverbindungen (in Farben)
  • Cadiumverbindungen (in Farben)

 

Wer sein Dach aus- bzw. umbauen möchte, sollte sich über die verwendeten Holzschutzmittel informieren. Um ein Verfaulen des Holzes zu vermeiden wurden im Dachbereich die verwendeten Hölzer besonders oft und intensiv mit Holzschutzmitteln behandelt. Werden die alten Hölzer bei der Renovierung gesägt oder geschliffen, gelangen die teilweise giftigen Holzschutzmittel in die Atemluft und so in den Körper. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, untersucht das Holz auf Holzschutzmittel und trägt bei der Bearbeitung des Holzes eine Atemschutzmaske.

Categories: Richtig entsorgen, Sonstiges, Gefährliche Abfälle

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