Entsorgung beim Ladenbau / -umbau

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Entsorgung beim Ladenbau / -umbau

Geschäftseinrichtungen entsorgen beim LadenumbauDie Präsentation der Waren im stationären Einzelhandel hat stark an Bedeutung zugenommen. Da die Konkurrenz aus dem Internet groß ist, setzen Einzelhändler vermehrt darauf, den Einkauf zu einem Erlebnis für den Kunden zu gestalten. Es reicht nicht mehr aus die Waren einfach nur im Laden zu verteilen, der Kunde soll möglichst lange im Laden verweilen. Hintergrundmusik, eine angenehme Temperatur,  Luftfeuchtigkeit oder passende „Beduftung“ sollen eine angenehme Atmosphäre schaffen.

 

Nicht nur die Atmosphäre, sondern auch die Präsentation der Waren veränderte sich in den letzten Jahrzehnten. Beispielsweise sollen durch aufwendige Ausleuchtung die Waren von ihrer besten Seite gezeigt werden.

Die Veränderung der Verkaufskonzepte am Point of Sale (Verkaufsort) spiegelt sich auch in den Renovierungszyklen wieder. So wurden Geschäfte aus dem Einzelhandel im Jahr 2003 durchschnittlich alle 9,7 Jahre renoviert, im Jahr 2013 wurden die Geschäfte im Durchschnitt schon nach 8,6 Jahre renoviert. Dieser Ratgeber informiert Sie u.a. über verschiedene, anfallenden Abfallarten, Anfallender Abfall der verschiedenen Branchen und gibt eine Hilfestellung zur Stellgenehmigung.

 

Anfallende Abfallarten beim Ladenbau / Ladenumbau

Bei einer Ladensanierung fallen oftmals große Mengen verschiedenster Abfälle an, welche entsorgt werden müssen. Die Menge und die Art der zu entsorgenden Abfälle hängt stark davon ab, wie umfangreich die Verkaufsfläche umgestaltet werden soll. Da mit einem Umbau des Geschäfts auch oftmals eine Veränderung des Einrichtungskonzeptes einhergeht, wird die Ladenausstattung (z.B. Regale oder Aufsteller) in den meisten Fällen vollständig erneuert. Bei größeren Sanierungsarbeiten können neben der Ladeneinrichtung auch mineralische Abfälle wie z.B. Bauschutt anfallen. Folgende Abfälle können anfallen und müssen eingeplant werden:

 

  • Farben und Lacke

  • Inneneinrichtung

  • Bodenbelag:
  • Laminat
  • Parkett
  • Teppichboden
  • Fliesen

  • Regale

  • Rohre

  • Holzverkleidungen
  • Gipskarton

  • Sockelleisten

  • Tapetenreste

  • Bauschutt

  • Lampen:
  • Neon-Röhren
  • Glühbirnen

  • Elektrogeräte:
  • Kühlmöbel
  • Kassensystem

 

Gerne planen wir mit Ihnen die Entsorgung Ihrer Ladenumbauten (sei es regional oder gar bundesweit) und erstellen ein persönliches Angebot für Sie!
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Welche Abfallarten fallen je nach Branche an?

Die Ladeneinrichtung / -ausstattung macht bei einem Ladenbau einen Großteil des anfallenden Abfalls aus, da die Einrichtung in den meisten Fällen teilweise oder komplett ersetzt wird. Je nach Verkaufskonzept oder Branche unterscheiden sich die Einrichtungsgegenstände stark voneinander, weshalb auch der anfallende Abfall sich voneinander unterscheidet. Die folgende Liste soll Ihnen dabei helfen einzuschätzen, wie sich der anfallende Abfall auf die Abfallarten verteilt. Bitte beachten Sie, dass diese Werte Schätzwerte sind und Ihnen lediglich zur Orientierung dienen sollen.

 

Supermarkt

  • 50 % Metall
  • 20 % Elektrogeräte
  • 30 % Sonstige Abfälle
 

Elektronikmarkt

  • 50 % Metall
  • 20 % Holz
  • 10 % Glas
  • 20 % Sonstige Abfälle
 

Optiker

  • 60 % Sperrmüll
  • 30 % Holz
  • 10 % Sonstige Abfälle
 

Bekleidungsgeschäft

  • 60 % Holz
  • 20 % Metall
  • 5 % Glas
  • 15 % Sonstige Abfälle
 

Restaurant/Gastronomie

  • 60 % Sperrmüll
  • 20 % Elektrogeräte
  • 20 % Sonstige Abfälle
 

Metzgerei

  • 50 % Elektrogeräte
  • 30 % Bauschutt
  • 20 % Sonstige Abfälle

 

Juwelier

  • 15 % Glas
  • 30 % Holz
  • 40 % Sperrmüll
  • 15 % Sonstige Abfälle

 

Bäckerei

  • 40 % Sperrmüll
  • 20 % Holz
  • 20 % Elektrogeräte
  • 10 % Glas
  • 10 % Sonstige Abfälle
 

Apotheke

  • 30 % Holz
  • 20 % Metall
  • 20 % Sperrmüll
  • 10 % Elektrogeräte
  • 20 % Sonstige Abfälle

 

Anfallende Abfallarten der Branchen in Prozent

Abfallarten je Branche die beim Ladenumbau anfallen

 

Welche Containergröße soll verwendet werden?

Um die Entsorgung der anfallenden Abfälle möglichst effizient zu gestalten, müssen die Container an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. So können beispielsweise nicht überall große Abrollcontainer abgestellt werden oder es fällt von einer Abfallart so wenig Abfall an, dass sich ein großer Container nicht lohnt. Die folgende Auflistung soll Ihnen einen Überblick über die gängigsten Containerarten und –größen liefern (kleine Abweichungen der Containergröße möglich):

 

Absetzcontainer

Absetzkippercontainer für schwere Abfälle im Ladenbau

  • 5 m³ Absetzcontainer (ca. 325 x 165 x 120 cm)
  • 7 m³ Absetzcontainer (ca. 350 x 165 x 150 cm)
  • 10 m³ Absetzcontainer (ca. 375 x 165 x 180 cm)
  • Absetzkipper Container werden für schwere Abfälle (z.B. Bauschutt) verwendet.

Abrollcontainer

Abrollcontainer für leichte Abfälle im Ladenbau

  • 10 m³ Abrollcontainer (ca. 450 x 250 x 100 cm)
  • 15 m³ Abrollcontainer (ca. 500 x 250 x 125 cm)
  • 26 m³ Abrollcontainer (ca. 550 x 250 x 200 cm)
  • 40 m³ Abrollcontainer (ca. 720 x 250 x 240 cm)
  • Abrollcontainer werden für leichtere Abfälle wie z.B. Holz verwendet.

 

 

TIPP: Da bei dem Umbau der Geschäftseinrichtungen der Verkaufsflächen in der Regel große Mengen Abfall anfallen, lohnt es sich diesen sortenrein zu sammeln und zu entsorgen. Wenn beispielsweise Bauschutt mit anderen Abfällen zusammen als Gemisch entsorgt wird, kostet die Entsorgung bis zu fünf Mal so viel wie eine getrennte Entsorgung.

 

Entsorgung von Kühlmöbeln

Nachdem 1984 die ersten Veröffentlichungen über die klima- und ozonschädliche Wirkung von Fluorchlorkohlenwasserstoff (kurz FCKW) erschienen sind, sind Menschen weltweit darum bemüht die Verbreitung und Benutzung von FCKW einzudämmen. Die Verwendung in Kühlgeräten ist seit 1995 verboten, ab dem Jahr 2000 ist jeglicher Vertrieb von FCKW-haltigen Gegenständen verboten.

 

FCKW wurde besonders häufig in folgenden Gerätearten verbaut:

 

  • Großkühlschränke
  • Teig-Schockfroster
  • Gärautomaten
  • Getränkeautomaten
  • Eiskremtruhen
  • Würfeleisbereiter
  • Kühl-und Gefrierräume

Besonders in Kühlschränken und als Treibmittel in Dämmstoffen wurde FCKW vor dem Verbot genutzt. Bei einer Lebenserwartung von rund 10 bis maximal 20 Jahren sind die meisten Kühlschränke mittlerweile frei von dem klimaschädlichen FCKW. Falls Sie nach einem Ladenumbau dennoch ein FCKW-haltiges Kühlgerät entsorgen möchten, können Sie dieses bei den Sammelstellen (Wertstoffhöfen) der Städte und Gemeinden abgeben.Auf diese Weise wird sichergestellt, dass der Kühlschrank fach- und umweltgerecht entsorgt wird und das FCKW weitestgehend vernichtet wird.

 

Entsorgung von KühlgerätenFCKW-haltige Dämmstoffe (in der Regel PU-Sandwichelemente) wurden viel für die Isolierung von Kühl- und Gefrierräumen eingesetzt, sodass auch Jahre nach dem Verbot noch FCKW-haltige Dämmstoffe in Gebäuden verbaut sind. Besonders häufig wurde FCKW in den Jahren 1960-1990 verwendet, einige Anbieter verwendeten es noch bis zum Jahr 2000. Für den Fall, dass Sie Materialien aus diesem Zeitraum entsorgen möchten, testen Sie, ob das Material FCKW enthält. Für den Fall, dass FCKW in den Dämmstoffen vorhanden ist, muss das Material als gefährlicher Abfall (AVV-Nr. 17 06 03*) entsorgt werden.

 

Wichtig: Gefährliche Abfälle müssen bei der Entsorgung eine Vorab- und Verbleibskontrolle durchlaufen um sicherzustellen, dass der Abfall so entsorgt wird, dass er keine Gefahr für die Menschen oder die Umwelt darstellt. Bei der Entsorgung von FCKW-haltigen Dämmstoffen sollte darauf geachtet werden, dass diese möglichst nicht zerkleinert oder zerbrochen werden, da sonst Schadstoffe entweichen können.

 

Entsorgung von Elektrogeräten

Bei einem Ladenbau sollte nicht nur die optische Erscheinung eines Geschäfts angepasst werden, sondern auch die elektronischen Geräte auf den neusten Stand der Technik gebracht werden. Wie Sie die Altgeräte entsorgen können und was es hierbei zu beachten gibt erfahren Sie hier.

 

Im Elektro- und Elektronikgerätegesetz (kurz ElektroG) ist die Rücknahme von Elektroaltgeräten eindeutig geregelt. Bei einer Verkaufsfläche von mehr als 400m² sind Vertreiber verpflichtet, Altgeräte zurückzunehmen. Es wird hierbei zwischen Großgeräten (Kantenlänge >25cm) und kleinen Altgeräten (Kantenlänge <25cm) unterschieden:

 

  • Großgeräte: Hat das Gerät eine Kantenlänge von über 25cm, muss der Vertreiber das Altgerät des Kunden zurücknehmen, wenn dieser ein vergleichbares Neugerät kauft (§ 17 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 ElektroG).

 

  • Kleine Altgeräte: Bei kleinen Geräten mit einer Kantenlänge von unter 25cm muss der Vertreiber auch Geräte zurücknehmen, wenn der Kunde kein vergleichbares neues Gerät kauft (§ 17 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 ElektroG).

 

Für Geräte, welche nur für den gewerblichen und nicht für den privaten Gebrauch entwickelt wurden, gibt es ein paar Sonderregelungen. Vertreiber von Business-to-business (B2B) Geräten sind von der Pflicht Großgeräte kostenfrei zurückzunehmen freigestellt, Kleingeräte müssen allerdings weiterhin kostenfrei entgegengenommen werden. B2B Produkte sind Geräte, welche für gewöhnlich nicht in privaten Haushalten verwendet werden, die theoretische Nützlichkeit ist in diesem Fall nicht ausschlaggebend.

Geräte, welche sowohl im gewerblichen, als auch im privaten Kontext Verwendung finden werden als Dual-Use-Geräte bezeichnet. Die Rücknahme dieser Geräte erfolgt wie bei Geräten für den privaten Gebrauch, der Vertreiber ist verpflichtet diese kostenfrei zurückzunehmen (§3 Absatz 5 ElektroG). Für Geräte aus dem B2B-Bereich ist anstelle des Vertreibers der Hersteller für die Rücknahme und fachgemäße Entsorgung verantwortlich. Ausnahme: historische Altgeräte, welche vor dem 13. August 2005 in Umlauf gebracht wurden, müssen von dem Besitzer umweltgerecht entsorgt werden.

Bei großen Mengen von zu entsorgenden Elektrogeräten ist die Entsorgung über den lokalen Wertstoffhof bzw. die Sperrmüllabholung am komfortabelsten. Die Abholung kann zu einem Wunschtermin beauftragt werden, ist allerdings für Gewerbetreibende in der Regel nicht kostenlos. Informationen zur Abholung von Elektrogeräten finden Sie auf den Internetseiten der jeweiligen Städte oder Gemeinden.

 

Entsorgung von Glühbirnen / Leuchstoffröhren

 

Leuchtstoffröhrenentsorgung für LadensanierungIm Jahr 2009 hat die EU eine Verordnung zum Thema Glühlampen erlassen mit dem Ziel den Energieverbrauch von Glühlampen zu reduzieren. Mittlerweile dürfen fast keine Glühlampen mehr vertrieben werden, da die Anforderung der EU (min. Energieeffizienzklasse B) von den Herstellern nicht erfüllt werden können. Als Alternative wird viel auf Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren zurückgegriffen. Diese sind zwar energieschonender, allerdings ist die Entsorgung nicht so problemlos wie die der Glühbirne. Leuchtstoffröhren können Neon, Quecksilber, Helium, Stickstoff, Kohlenstoffdioxid, Kryton oder Argon enthalten, wobei insbesondere vom Quecksilber bei unsachgemäßer Handhabung oder Entsorgung Gefahren ausgehen können.

 

Da Quecksilber für den menschlichen Körper giftig ist, soll bei der Entsorgung und Verwertung darauf geachtet werden, dass bei allen entsorgungsrelevanten Prozessen kein Quecksilber freigesetzt wird. Aus diesem Grund dürfen Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen nicht zusammen mit anderen Abfällen entsorgt werden, sondern müssen getrennt gesammelt und entsorgt werden. Wenn bei einem Ladenbau die vorhandenen Lampen ausgetauscht werden, sollte darauf geachtet werden, dass die Leuchtmittel vor der Entsorgung der Lampen aus diesen entfernt werden.

 

Beispiel SammelboxIn handelsüblichen Mengen können die Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen bei lokalen Sammelstellen (Wertstoffhöfen) oder Schadstoffmobilen abgegeben werden. Gewerbetreibende haben zusätzlich die Möglichkeit eine Sammelbox für Leuchtstoffröhren oder Energiesparlampen zu bestellen, in der sie alle anfallenden Leuchtmittel sammeln können. Mit diesen Boxen erspart sich der Abfallbesitzer den Weg zur Sammelstelle und sorgt trotzdem für eine fach- und umweltgerechte Entsorgung und Verwertung der Leuchten. Bei der Sammlung soll darauf geachtet werden, dass die Lampen nicht zerbrochen werden und falls es doch zum Glasbruch kommt der entsprechende Raum gelüftet wird. Aber nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer Sicht macht die Verwertung von Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen Sinn. So können beispielsweise bei Energiesparlampen bis zu 90% der verbauten Stoffe wiederverwendet werden. Aus dem recycelten Glas kann nachher erneut eine Energiesparlampe hergestellt werden.

 

Stellgenehmigungen & Halteverbotszonen

 

Gerade in dicht bebauten Innenstädten und in Einkaufszentren stehen oftmals wenig potentielle Stellflächen zur Verfügung. Da bei größeren Umbaumaßnahmen oftmals mehrere Container zur Entsorgung der Abfälle benötigt werden, kann es vorkommen, dass die Container nicht auf dem Kundenparkplatz abgestellt werden können. Steht keine Stellfläche zur Verfügung, muss der Container auf öffentlichem Grund abgestellt werden, wofür eine Stellgenehmigung der Stadt benötigt wird. Ohne eine Stellgenehmigung dürfen Container nicht auf öffentlichen Flächen wie z.B. Parkbuchten abgestellt werden. Da die Ausstellung einer Stellgenehmigung bis zu 14 Tage dauern kann, sollte die Entsorgung der Abfälle bereits frühzeitig geplant werden.

Um sicherzustellen, dass die öffentliche Stellfläche zum Baubeginn freisteht und der Container abgestellt werden kann, empfiehlt es sich Halteverbotsschilder für die Fläche zu beantragen. Dies ist insbesondere wichtig, wenn die Baumaßnahme in einer Gegend durchgeführt wird, in der wenig Parkfläche zur Verfügung steht. Hier gehts zum Thema Stellgenehmigung!

 

Absetzcontainer können in den meisten Fällen in Parkbuchten abgestellt werden, da sie von den Abmessungen her einem Auto ähneln. Voraussetzung hierfür ist, dass vor dem Container eine Rangierfläche von ca. 15m frei bleibt. Diese Rangierfläche sollte auch bei der Beantragung von Halteverbotszonen berücksichtigt werden. Die Gestellung eines Abrollcontainers auf öffentliche Stellfläche ist etwas problematischer, da der Container von der Breite und, je nach Ausführung auch von der Länge, zu groß für einen normalen Parkplatz ist. In diesem Fall muss in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden eine individuelle Lösung gefunden werden.

 

 

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Categories: Richtig entsorgen, Sonstiges

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