Bauschutt fällt bei den meisten Bau- und Sanierungsarbeiten an. Wie er richtig entsorgt wird, was ihn von anderen Abfallarten unterscheidet und was die Bauschuttentsorgung kostet, erfahren Sie in unserem Ratgeber!
Bauschutt entsorgen – so geht’s richtig


Entsorgung Bauschutt – Kurzüberblick:
- Bauschutt ist mineralischer Abfall wie Ziegel, Mörtel, Putz, Pflastersteine, Beton, Fels, Fliesen usw.
- Genau informieren! Bauschutt wird oft mit anderen Fraktionen verwechselt.
- Kleine Mengen Bauschutt können i. d. R. beim Wertstoffhof in der Nähe entsorgt werden, für größere Mengen ist ein Bauschuttcontainer sinnvoll.
- Bauschuttcontainer mieten ab 272,00 € (abhängig von Region und Containergröße)
- Häufigste AVV-Nummer: 17 01 07 - Gemische aus Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik ohne gefährliche Stoffe

Was ist Bauschutt?
Bauschutt ist mineralischer Abfall (z. B. Steine oder Beton) und fällt insbesondere bei Abbrucharbeiten und Baumaßnahmen an. Reiner Bauschutt kann fast vollständig recycelt werden. Bauschutt wird im Sprachgebrauch oft mit Baustellenabfall gleichgesetzt. Baustellenabfall ist jedoch ein Überbegriff für viele verschiedene Abfälle, was oft zu falschen Annahmen führt. Nicht zum Bauschutt gehören z. B. Porenbeton oder Gips. Diese müssen separat entsorgt werden.
Wie können Sie Bauschutt entsorgen?
Wie Sie Ihren Bauschutt entsorgen können, hängt von der Menge des Bauschutts ab:
- bis 1 m³ Bauschutt: in den Kofferraum einladen und zum lokalen Wertstoffhof fahren
- 1 bis 3 m³ Bauschutt: Entsorgung im Big Bag
- 3 bis 30 m³: im klassische Bauschuttcontainer in Größen von 3 - 7 m³
- mehr als 30 m³: Sattelkipper LKW (meist nur bei größeren Baustellen)
Hinweis:
Größere Container werden nur selten verwendet, da ab 7 m³ die Container mehr als 10 Tonnen wiegen können und dann zu schwer für den Absetzkipper-LKW werden.
Darf Bauschutt in den Hausmüll?
Nein, Bauschutt gehört nicht in die Restmülltonne oder den Sperrmüll. Eine falsche Entsorgung kann zu Bußgeldern führen
Bauschutt entsorgen in der Nähe
Auf den meisten Wertstoffhöfen können Sie gegen eine Gebühr kleine Mengen Ihres Bauschutts entsorgen. Wie teuer die Entsorgung des Bauschuttes ist, hängt stark von der Region ab, in der Bauschutt entsorgt werden soll. Auch die maximale Menge, die Sie abgeben können, ist unterschiedlich. Ob die Bauschuttentsorgung in der Nähe für Sie kostenlos ist, bringen Sie am besten bei Ihrem lokalen Anbieter in Erfahrung.
Bauschuttabholung mit Big Bag oder Container
In einem Container können Sie auch größere Mengen Bauschutt bequem entsorgen und das zum günstigen Festpreis.
Tipp: Der ecoservice24 Bag (als 1 m³ Big Bag) hat den Vorteil, dass Sie hier auch Mischabfälle mit entsorgen können, zum selben Preis.
Für die Bauschutt Entsorgung eignen sich die folgenden Behälter:




Welche AVV-Nummer hat Bauschutt?
Je nach Zusammensetzung und Mischung hat Bauschutt unterschiedliche AVV-Nummern. Werden Beton, Ziegel oder Fliesen & Keramik getrennt gesammelt, haben diese jeweils eigene AVV-Nummern (siehe Liste unten). Häufiger kommt es allerdings vor, dass sich im Bauschutt ein Gemisch aus diesen Materialien befindet. In diesem Fall hat der Bauschutt dann die AVV-Nr. 17 01 07. Befinden sich gefährliche Stoffe im Bauschutt (z. B. PAK belastete Ziegel), wird dieser der AVV-Nr. 17 01 06* zugeordnet.
- 17 – Bau- und Abbruchabfälle (einschließlich Aushub von verunreinigten Standorten)
- 17 01 – Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik
- 17 01 01 – Beton
- 17 01 02 – Ziegel
- 17 01 03 – Fliesen und Keramik
- 17 01 06* – Gemische aus oder getrennte Fraktionen von Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik, die gefährliche Stoffe enthalten
- 17 01 07 – Gemische aus Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik mit Ausnahme derjenigen, die unter 17 01 06* fallen
Bauschutt entsorgen Kosten
Die Preise für die Bauschutt Entsorgung (hier geht es zur Preisentwicklung von Bauschutt), hängen zum einen davon ab, in welcher Region Deutschlands der Bauschutt entsorgt wird und zum anderen wie der Bauschutt entsorgt wird. Kleine Mengen Bauschutt können in der Regel am günstigsten über den Wertstoffhof entsorgt werden.
- Bauschutt abgeben beim Wertstoffhof: Die Preise an den Wertstoffhöfen unterscheiden sich regional stark voneinander. Fragen Sie am besten bei Ihrem Wertstoffhof nach.
- Entsorgung im Big Bag: ca. 170,00 € pro 1 m³ Big Bag (Big Bag online bestellen); nur in bestimmten Abholgebieten verfügbar
- Bauschutt entsorgen im Absetzcontainer: ab 272,00 € pro Bauschutt-Container
Hinweis: Den genauen Preis für einen Bauschutt-Container in Ihrer Region erfahren Sie auf der Bauschutt-Container-Produktseite.
Mehrkosten vermeiden
Um die Entsorgungskosten für Bauschutt gering zu halten, ist es wichtig nur die zulässigen Materialien einzufüllen. Insbesondere bei Bauschutt können kleine Mengen Fremdstoffe (Verpackungen, Papier o. Ä.) zu viel höheren Entsorgungskosten führen. Entsorgen Sie solche nicht mineralische Abfälle lieber im Hausmüll oder bei größeren Mengen im Big Bag bzw. Container für Gewerbeabfall.
Was darf im Bauschutt entsorgt werden?
Fliesen entsorgen? Fliesen können Sie gemeinsam mit Ihrem Bauschutt entsorgen. Gleiches gilt, wenn Sie Pflastersteine entsorgen wollen.
Im Überblick:
Was dürfen Sie im Bauschutt entsorgen?
- Mineralische Abfälle (bis 60 cm Kantenlänge)
- Ziegel (Mauer- oder Dachziegel)
- Mörtel, Putz
- Pflastersteine, Gehwegplatten
- Beton, Betonabbruch
- Fels
- Fliesen, Keramik, Porzellan
Was ist KEIN Bauschutt?
- Gefährliche Abfälle
- Gips- und Gipskartonplatten
- Porenbeton, Ytong, Bimsstein (Leichtbaustoffe)
- Erde, Lehmputz, Stroh
- Schornsteinabbruch
- Sand vom Tennisplatz
- Dämmstoffe (z. B. Mineralwolle) oder Teppiche
- Stoffe mit Teer- und Bitumenanteil (z. B. Teerpappe oder Straßenaufbruch)
- Eimer, Kanister, Dosen
- Kunststoffe, Holz, Glas, Metalle
- keine Bewehrungen o. Anhaftungen (z.B. Metall, Holz)
- mineralische Bau- und Abbruchabfälle, die bei einer baulichen Maßnahme an einem Gebäude mit dessen Errichtung vor dem 31.10.1993 begonnen wurde, anfallen (z.B. Fliesenkleber, Putze, Spritzasbest, Spritzmassen, Asbestzementplatten und andere Asbestzementerzeugnisse (Faserzement), Estrich, Dünnbettmörtel); Annahme: Asbestverunreinigungen; gem. den Vorgaben der ErsatzbaustoffV bzw. des Laga M 23 Merkblattes)

Womit wird Bauschutt oft verwechselt?
Es gibt mehrere Abfallarten, die bei der Bauschutt-Entsorgung leider oft mit ungefährlichem Bauschutt verwechselt werden:
Bauabfall:
Baustellenabfall oder auch Baumischabfall wird oft mit Bauschutt gleichgesetzt, jedoch ist Bauschutt mineralisch, während Baumischabfall auch nicht mineralische Abfälle enthält (Mischabfälle wie Verpackungen, Holz, Metalle, Kunststoffe usw.). Was wozu gehört haben wir in unserem Ratgeber Bauschutt oder Baumischabfall für Sie zusammengefasst.
Porenbeton:
Porenbeton wird sehr häufig mit normalem Beton verwechselt und dann im Bauschutt entsorgt. Porenbeton kann allerdings nicht so einfach recycelt werden und muss daher separat entsorgt werden. Optisch ist Porenbeton von normalem Beton in einigen Fällen nur schwierig zu unterscheiden. Ein guter Indikator ist das Gewicht. Echter Beton ist wesentlich schwerer als Porenbeton (Porenbeton liegt eher bei ~0,7t / m³, echter Beton bei 1,2 - 2t / m³).
Brandgut:
Verbrannte Steine aus Kaminen oder Öfen (sogenannte Schamottsteine) oder auch Schutt aus ausgebrannten Gebäuden sind mit PAK-Resten und Schwefel verunreinigt und können daher nicht als normaler Bauschutt recycelt werden. Auch diese müssen separat, häufig als gefährlicher Abfall, entsorgt werden.
Eternit:
Eternit ist spezieller Faserzement, welcher häufig in Plattenformen für die Dachabdeckung von beispielsweise Gartenhäuschen verwendet wurde. Insbesondere Eternit von vor 1990 kann asbesthaltig sein und sollte daher beim Abriss nicht zerschlagen werden, da sich hierbei lungengängige Fasern lösen können. Hier ist besondere Vorsicht geboten.
Bauschutt in Übergröße:
Steine oder Beton mit Kantenlängen von über 60 cm müssen vor der Bauschutt Entsorgung weiter zerkleinert werden, da die Recyclinganlagen nicht auf die Zerkleinerung derart großer Stücke ausgelegt sind.
Bewehrung:
Sehr unangenehmen, aber notwendig: Bewehrung wie z. B. Metallstangen, die im Beton verarbeitet wurden, müssen vom Beton getrennt werden.

Bei welchen Arbeiten müssen Sie Bauschutt entsorgen?
Für eine Entsorgung Bauschutt müssen Sie insbesondere bei Abriss- oder Sanierungsarbeiten sorgen. Steine ab 10 cm Durchmesser oder Felsen, die beim Ausheben von Baugruben anfallen, gehören zu Bauschutt. Steine, die kleiner als 10 cm Durchmesser sind, zählen meist zu Erdaushub.
Typische Anwendungsfälle sind:
- Garage oder Anbauten abreißen
- Zimmer vergrößern oder Wände abreißen
- Boden neu verlegen / Estrichreste erneuern
- Terrasse neu pflastern
- Dach sanieren (d. h. vor allem Dachziegel)
- Abriss von Mauern aus Klinkersteinen oder Naturstein
- Toilette oder Waschbecken ausbauen
- Badezimmer neu fliesen/sanieren
WICHTIG: Insbesondere bei Wänden und Dächern ist Vorsicht geboten, da es auch asbesthaltiger Eternit sein kann. Diese Steine dürfen nicht einfach zerschlagen werden, da sonst Asbestfasern freigesetzt werden können.
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Bauschutt-Recycling – wie geht es nach der Entsorgung weiter?
Bauschutt kann sehr gut recycelt werden. Nach der Bauschutt-Entsorgung wird dieser zu Zement, Beton, Erde oder Straßenbelag weiterverarbeitet. So werden z. B. Klinkersteine kleingemahlen und zu hochwertiger Erde (gemischt mit weiteren Materialen) verarbeitet. Da diese Wiederverwertung im Vergleich zu vielen anderen Abfallarten einfach ist, ist sortenreiner Bauschutt in der Entsorgung günstig. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Bauschutt-Recycling.

