Erdaushub entsteht u. a. beim Hausbau, bei Gartenprojekten oder beim Straßenbau. Typische Arbeiten, bei denen Erdaushub anfällt, sind die Ausschachtung für ein Fundament, das Ausheben einer Grube für einen neuen Swimmingpool oder Gartenteich, eine Unterkellerung sowie die Begradigung und Nivellierung von Bauland. Je nach Menge und Beschaffenheit des Bodens bieten sich verschiedene Möglichkeiten zur Entsorgung des Bodenaushubs an. Erfahren Sie im Folgenden mehr!
Erdaushub entsorgen – Vorgehen & Kosten


Entsorgung Erdaushub – Kurzüberblick:
- Erde, die beim Ausheben aus dem Baugrund entsteht
- umfasst Sand-, Ton-, Lehmerde, Kies
- Entsorgungmöglickeiten: Wertstoffhof, Big Bag oder Erdaushub Container
- in manchen Regionen muss Boden beprobt werden
- AVV Nummer: 17 05 04 für Bodenaushub ohne gefährliche Stoffe

Was ist Erdaushub?
Erdaushub ist aus einem Baugrund ausgehobene Erde und umfasst sämtliche Bodenarten (Sand-, Ton-, Lehmerde, Kies). Auch Mutterboden (erste ca. 20-30 cm Schicht des Erdaushubs) und Gartenerde zählt dazu, sofern es keine Verunreinigungen gibt. Es handelt sich dabei um humosen Oberboden. Erdaushub kann Steine und Kiesel enthalten, sofern sie natürlich und in geringen Mengen vorkommen.
Nicht dazu gehören organische Bestandteile wie Wurzeln oder Grasnarbe und größere Steine (> 10 cm Durchmesser).
Tipp:
Bevor Sie mit dem Aushub beginnen, sollten Sie sich durch ein Baugrundgutachten ein umfassendes Bild der Lage verschaffen. Dieses gibt Ihnen Auskunft über die Tragfähigkeit des Bodens und dessen Beschaffenheit, eventuell aufkommende Schadstoffe und Altlasten sowie Information über das Grundwasser. So ersparen Sie sich im Vorhinein Probleme.
Erde entsorgen – unterschiedliche Optionen
Je nachdem, wie viel Erde Sie entsorgen möchten, bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten an:
- bis 1 m³ Erdaushub: beim Wertstoffhof fragen, ob Erdaushub angenommen wird (oft kostenpflichtig)
- 1 m³ bis 2 m³ Erdaushub: Entsorgung im Big Bag (nur in bestimmten Regionen verfügbar)
- 3 m³ bis 30 m³ Erdaushub: Entsorgung in Containern für Erdaushub
- mehr als 30 m³ Erdaushub: Abtransport mit einem LKW
Erdaushub weiterverwenden
Alternativ können Sie auch versuchen den Erdaushub im Bekanntenkreis oder Internet loszuwerden. Insbesondere Mutterboden (humusreiche, oberste Erdschicht) wird Ihnen von Gärtnern gerne abgenommen. Dies ist allerdings häufig nur mit kleineren Mengen möglich.
Hinweise zu den Behältern
Ein Vorteil des Big-Bags gegenüber anderen Entsorgungsmöglichkeiten ist, dass Sie in diesem auch andere Abfälle (z. B. Grasnarbe, Wurzeln, Bauschutt) mit entsorgen können, ohne Aufpreis.
Unsere Absetzcontainer zur Entsorgung von Erdaushub haben ein Fassungsvermögen zwischen 3 m³ und 7 m³. Größere Container sind nicht möglich, da der Container ansonsten für den Abtransport zu schwer werden könnte.
Auf den meisten Baustellen ist ein Abtransport des Erdaushubs mit einem LKW nicht möglich, da dieser sehr groß und schwer ist (Stichwort Belastbarkeit des Untergrundes!) und direkt befüllt werden muss. Ein Container braucht weniger Platz und kann über einen längeren Zeitraum befüllt werden.

Bauschutt, Holz, Metall, Kunststoff, Verpackungen, Grünschnitt

Erdaushub entsorgen – die Kosten
Die Höhe der Entsorgungskosten hängt im Wesentlichen von der Aushubtiefe und damit Menge an Erdaushub, der Bodenbeschaffenheit und den eventuell vorhandenen Altlasten ab.
| Menge | Kosten | |
| Verschenken bzw. Weiterverwendung | unter 1 m³ | kostenlos |
| Deponie | unter 1 m³ | ca. 5,00 - 8,00 € pro Tonne |
| Big Bag | 1 bis 2 m³ | ca. 170,00 € |
| Container | 3 bis 7 m³ | ab 232,00 € pro Container |
| LKW | über 10 m³ | ca. 1.300,00 - 1.800,00 € |
Hinweis Container: Die Kosten für einen Erdaushub Container unterscheiden sich regional und nach der Größe des Containers. Absetzcontainer für reinen Erdaushub starten bei ecoservice ab 232,00 € pro Container. In diesen Kosten sind die Lieferung, Miete und die Abholung des Containers sowie die anschließende Entsorgung enthalten.

Mehrkosten und Geldstrafen vermeiden
Um beim Erde entsorgen Kosten zu sparen, sollten Sie darauf achten den Erdaushub möglichst frei von Verunreinigungen und anderen Abfällen zu halten. Sortenreiner Erdaushub lässt sich gut und somit vergleichsweise günstig entsorgen, wenn allerdings Verunreinigungen wie Bauschutt oder Wurzeln (z. B. beim Baum entsorgen) im Erdaushub sind, ist die Entsorgung um ein Vielfaches teurer. Sie sollten immer auf die Abfallart abgestimmte Container auswählen.
Außerdem sollten Sie Erde nie illegal im Wald abladen, um das Ökosystem nicht zu stören. Es handelt sich hierbei um illegale Müllentsorgung und bereits ein kleiner Eimer falsch entsorgter Erde wird mit Geldstrafen bis zu 200 € geahndet.
Erdaushub berechnen
- Je tiefer der Aushub, desto größer die Menge und desto höher die Kosten der Entsorgung.
- Als Aushubtiefe wird dabei der Höhenunterschied zwischen der Erdoberfläche und dem Boden der Baugrube bezeichnet.
- Oftmals wird die Menge des Erdaushubs unterschätzt.
- Grundsätzlich lässt sich der Aushub mittels einer simplen Formel berechnen: Länge x Breite x Tiefe (der Baugrube)
- Hinzu kommen noch weitere Faktoren, wie die geplante Breite der Wände, die Wärmedämmung oder eine Drainage. Für die Wände und die Wärmedämmung werden 1,5-2 Meter aufaddiert. Weitere 2 Meter kommen für eine Drainage hinzu.

Auflockerungsfaktor beim Erde entsorgen mitdenken
Wenn Erde aus dem Erdreich ausgegraben wird, erhöht sich das Volumen. Wenn nun beispielsweise ein 1 m x 1 m x 1 m großes Loch gegraben wird, besitzt der entstandene Erdaushub ein Volumen von mehr als einem Kubikmeter. Wie stark die Auflockerung ist, hängt von dem jeweiligen Bodentyp ab.
Volumengewinn:
- Lehmboden entsorgen: 15-25 %
- Ton entsorgen: 20-30 %
- Steinige Böden entsorgen: 20-25 %
- Kies entsorgen: 25-30 %
- Mutterboden entsorgen: 10-35 %
- Sand entsorgen: 15-25 %
Wann muss der Erdaushub beprobt werden?
Da im Erdaushub Schadstoffe enthalten sein können und diese mit bloßem Auge häufig nicht zu erkennen sind, verlangen einige Deponie- oder Grubenbetreiber eine Bodenprobe vor der Entsorgung. Mit dieser soll überprüft werden, ob beispielsweise Schwermetalle enthalten sind oder nicht. Die Bodenprobe wird in der Regel von Landwirtschaftskammern oder Umweltinstituten untersucht und kostet zwischen 50 € und 100 €. Wenn in Ihrer Region eine Bodenprobe zur Entsorgung notwendig ist, informieren wir Sie darüber.
Was darf im Erdaushub entsorgt werden?
Was darf rein?
- Erde, Erdaushub
- Boden, Bodenaushub
- Sand
- Lehm
- Kieselsteine
- kleine Steine (kleiner 10cm)
Was darf nicht rein?
- Gefährlicher Abfall
- Belasteter oder verunreinigter Boden
- Wurzeln, Äste
- Grasnarbe / Gras
- Bauschutt
- Restmüll, Holz, Metalle ,Kunststoffe
- Steine (größer 10cm)
Fremdanteile im Erdaushub
Häufige Fremdanteile im Erdaushub, die nicht im Erdaushub Container oder Big Bag entsorgt werden dürfen:
Fundamente im Boden
Besonders bei Altlasten, d. h. Spuren und Rückständen der früheren Nutzung, sollte Vorsicht geboten sein. Bei vergrabenen Fundamenten oder vergessenem Bauschutt muss lediglich auf die richtige Entsorgung geachtet werden, da diese Rückstände nicht mit einem Erdaushubcontainer entsorgt werden können. Fundamentreste können Sie, falls diese mit Erde vermischt sind, in einem Container für Erde mit Steinen entsorgen.
Giftstoffe
Giftige oder gefährliche Altlasten wie Schwermetalle oder Cyanide stellen ein größeres Problem dar, da geprüft werden muss, woher die Giftstoffe kommen (siehe dazu auch Haftung in der Entsorgung). Wer wissen möchte, ob der Boden mit Schwermetallen belastet ist, kann diesen durch eine Bodenprobe analysieren lassen.
Altlasten aus den Weltkriegen
Zu Altlasten zählen ebenfalls Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg. Diese sind in der Regel nur in Großstädten auf unbebauten Grundstücken zu finden. Vor Grundstückserwerb sollte ein Blick ins Verdachtsflächenkataster/ Altlastenkataster geworfen werden. Man findet diese Verzeichnisse meist bei den Umweltverwaltungen des Landkreises bzw. der kreisfreien Stadt.
Welche AVV-Nummer hat Erdaushub?
- AVV 17 05 04 "Boden und Steine mit Ausnahme derjenigen, die unter 17 05 03 fallen" (sauberer, nicht verunreinigter Bodenaushub ohne jegliche Schadstoffe)
- AVV 17 05 03* "Boden und Steine, die gefährliche Stoffe enthalten" (Schadstoffe im Boden)
Wird Erdaushub wiederverwendet?
Erdaushub kann, wie andere Bauabfälle auch, gut wiederverwendet werden, sofern er unbelastet ist. Entweder wird der entstandene Erdaushub direkt auf dem Grundstück genutzt, um Hügel anzulegen oder Senken aufzufüllen. Alternativ wird der Erdaushub nach der Entsorgung für Verfüllungen von beispielsweise alten Kiesgruben verwendet.
Auch zur Herstellung von Flüssigboden kann die Erde verwendet werden. Dieser wird wiederum häufig im Straßenbau zum Verlegen von Rohren verwendet. Mehr dazu erfahren Sie unter Erdaushub-Recycling.

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